Vom Oberen Emmental bis nach St. Gallen

Es gibt wohl nicht viele Truber, die bei Raiffeisen kein Konto haben. Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier sogar eine Filiale, lange im Dorf selbst und erst noch in einem wunderhübschen Häuschen im Längengrund. Dieses Häuschen ist wirklich ein Bijou, weil es mit blauen Ziegeln bedeckt ist. Ich kann nicht verstehen, warum Raiffeisen nicht den Hauptsitz ins Trub verlegt hat. Sehr wahrscheinlich weil das Blau der Ziegel nicht zur Firmenfarbe Rot passt.

St. Gallen ist wirklich sehr abgelegen, aber vielleicht ist es gerade das, was Raiffeisen wollte, als Understatement sozusagen. Jetzt hat sie es auch geschafft die Platzhirsche der Schweiz rechts zu überholen und auf ihre Plätze zu verweisen, mindestens, was das Hypothekengeschäft anbelangt. Die kometenhafte Laufbahn ist unter dem Regime von Pierin Vinzenz zustande gekommen. Und so leicht lässt sich an diesem Kurs nichts ändern.

Wenn man das überhaupt will. Die regionalen Genossenschaften, als das sich Raiffeisen gerne ausgibt, sind nur Aushängeschild. Nur so kann man sich den Kahlschlag im Emmental erklären. Das Konzept der neuen Bank, mit der wir in Langnau beglückt wurden, ist ganz sicher in der Nähe des Gallus entstanden und hat nichts mit dem Bodenständigkeit eines Emmentalers zu tun.

Ich war zweimal dort, musste 15 Minuten warten und das sichtlich verlegene Personal konnte mir am Ende auch nicht weiter helfen. Die riesigen Bankomaten sehen aus wie schwarze Grabsteine, bezeichnenderweise, denn man hat zwei Dinge voreilig zu Grabe getragen: Das Bargeld und den Kunden, als eigenständige Persönlichkeit.

 

Das Umfeld dazu

Es ist klar, dass das Epizentrum dieser Entwicklung an einem ganz anderen Ort liegt, als nur bei der Raiffeisen. Nicht nur das Bargeld wird abgeschafft und der Kunde virtualisiert, es ist die ganze Geldwirtschaft, die nun auch rechts überholt wird. Die Zentralbank als Nationalbank wird von den Cryptowährungen ausgehebelt werden. Geld, wie wir es seit Jahrtausenden kennen, wird es bald nicht mehr geben. Die Blockchain Technologie, die hinter dieser Entwicklung steht, hat noch einen ganz grossen Hacken: Man kann zwar genau nachverfolgen, wo der Coin durchrollt, aber man hat den Täter noch nicht hundertprozentig identifiziert. Das wird man erst können, wenn jeder von uns einen Chip implantiert, oder aber das Erkennungszeichen auftätowiert hat, mit dem dann jede Transaktion autorisiert werden kann.

Stupid! Wann wachen wir endlich auf und merken, welcher Geist mit diesem Geld zu tun hat? Zugegeben: Die Gedankengänge des letzten Abschnitts können für den geneigten Leser ein wenig schnell gegangen sein.

Darum: Mehr Infos gibt es hier:

https://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/Raiffeisen-macht-drei-Filialen-im-Emmental-dicht/story/20829423

und hier (ab Minute 39):

https://www.srf.ch/sendungen/eco/10-jahre-nach-der-finanzkrise-koennen-wir-wieder-vertrauen-haben

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