Nur ein paar Meter ausserhalb der Truber Gemeindegrenze, geschehen in diesen Tagen äusserst bemerkenswerte Dinge: Ein Bauprojekt, das man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Es braucht schon einen speziellen Blick für etwas, das eigentlich schon beinahe zerfallen und aufgegeben worden ist.
Das Schachenhaus. Erbaut 1702 und vielleicht das Haus aller Schachenhäuser. Eigentlich ist es ja ein Wunder, dass es solange dort gestanden hat. In den letzten 317 Jahren gab es sicher unzählige Überschwemmungen und der gegenüberliegende Hang, ist auch nicht wirklich vertrauenserweckend.

Doch eben: Ein geschulter Blick erkennt sofort, was für ein Juwel da vor sich hin gammelt.
Und dieser Blick durfte Hans Kühni über Jahre schulen, er, der zusammen mit seinen zwei Brüdern die äusserst erfolgreiche Kühni AG in Ramsei aufgebaut hat. So ist es auch nicht das erste Objekt, an dem Hans seine Liebe zu alten Häusern bewiesen hat.

Doch hier sind die Herausforderungen wirklich gross. Schon bald steht alles bereit, um am 28. August das Haus 27 m weg von der Strasse auf ein neues Fundament zu schieben. Völlig ausgehöhlt ist das Haus aber immer noch etwa 60 - 70 Tonnen schwer. Das Aufbocken des ganzen Hauses hat darum Hans und seinen Männern alles abverlangt. Unten rum war die Bausubstanz sehr schlecht und etliche Elemente mussten provisorisch verstärkt werden. Doch jetzt steht alles bereit, um einen hölzernen Schlitten unter das Haus zu bauen, auf dem das Ganze verschoben werden kann.

Auch der Denkmalschutz hat den Wert des Hauses erkannt. Das hat, wie immer, Vor- und Nachteile. Zu deren Auflagen gehört, dass das Dach wieder mit Eternit belegt werden muss. Hans wird aus dem Haus zwei Wohungen machen, die er dann vermieten will. Der bestehende Wohnraum muss im Grundriss so bestehen bleiben. Die hintere Wohnung, die das Tenn umfasst, darf aber ganz neu gestaltet werden. Als Gegenleistung hat die Denkmalpflege finanzielle Unterstützung zugesprochen. Zudem will sie den wertvollen, und wohl einmaligen Schriftzug, welcher ums halbe Gebäude geht, durch Spezialisten restaurieren lassen.

Hans ist mit dem Ablauf des ganzen Projektes zufrieden. Man ist im Plan. Das neue Fundament ist bald fertig, und mit dem Rohbau kann ab September begonnen werden. Hans hat auch sehr Freude daran, dass er mit einer Grundwasserwärmepumpe eine äusserst interessante Lösung zur Beheizung des Gebäudes gefunden hat. Die Bohrung zum Grundwasser selbst ist aber recht aufwändig. Muss man doch 18 m tief gehen, damit man eine ganzjährig gleichbleibende Wassertemparatur hat. Hans rechnet, dass die Wärmepumpe nach 15 Jahren amortisiert ist.

Die Verschiebung des ganzen Gebäudes hat zudem zur Folge, dass sich die Zeit der direkten Sonnenbestrahlung bedeutend verlängert hat.
Wenn alles weiter so nach Plan läuft, wird Hans das Haus auf Ende 2020 vermieten können. Vielleicht findet er sogar jemanden, der das ganze Haus bewohnen möchte. Das ist durchaus möglich und mit den mehr als 4000 m2 Umschwung, kann man sich noch das eine oder andere einfallen lassen.

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